Arbeiten – aber wo?

Warum es mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeit braucht.

von Silke Knöbl, Januar 2020

Vor dem Zeitalter der Industrialisierung waren Wohnen und Arbeiten eng miteinander verbunden. Die räumliche Trennung der beiden Bereiche wurde später durch Fabriken und Produktionsstätten vollzogen. Die Folge: Man ging oder fuhr zur Arbeit – dort, wo die Maschinen waren.

In den 1960er-Jahren wurden erste Versuche mit Telearbeit unternommen. Arbeitnehmer führten gewisse Tätigkeiten für das jeweilige Unternehmen zuhause aus, etwa Näherinnen für Textilunternehmen. Die ältere Generation weiss noch vieles darüber zu berichten.

Wo die Maschinen sind
Später wurden Büros mit Computer und PCs ausgestattet. Man ging immer noch dorthin zur Arbeit, wo die Maschinen waren. Heute ist die Digitalisierung so weit vorangeschritten, dass insbesondere Personen mit Bürojobs von überall aus arbeiten könn(t)en, wenn sie dürf(t)en.

Die grosse Mehrheit der Beschäftigten arbeitet aber immer noch an einem fest zugewiesenen Arbeitsplatz im Büro. Immerhin dürfen mittlerweile viele ihre Präsenzzeit relativ flexibel wählen.

Veränderungen aktiv gestalten
Wenn sich die Arbeitswelt total verändert, muss sich auch der Arbeitsplatz ändern. Es fehlt bisweilen an Flexibilität und mangelnder Bereitschaft, digitale Geräte und Tools für die Zusammenarbeit in Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Die Anwesenheitspflicht im Büro zählt zudem mehr als die effektive Leistung des Mitarbeitenden. Richtlinien für flexibles Arbeiten sind oftmals nicht vorhanden. Nicht zuletzt gibt es versicherungstechnische Hürden – etwa für Grenzgänger – die mobiles Arbeiten erschweren oder gar verunmöglichen.

Wie arbeiten wir in Zukunft?
Es gilt zu überlegen, welche Massnahmen sinnvoll sind, um die künftige Arbeitswelt gemeinsam zu gestalten. Ein einfacher Lösungsvorschlag: Sich informieren und offen sein für neue flexible Arbeitsformen wie Homeoffice und Coworking. Und vor allem: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren – und die Rahmenbedingungen dafür schaffen! In manchen Unternehmen arbeiten ganze Teams in Coworking Spaces.

Klar ist: Nicht jeder kann und will im Homeoffice zuhause fürs Büro arbeiten – aus verschiedenen Gründen. Warum also nicht den nächsten Coworking Space aufsuchen und von dort aus arbeiten? Eventuell gibt’s sogar einen in der Wohngemeinde. Dort hat man die Möglichkeit, sich mit Personen aus anderen Branchen zu vernetzen und auszutauschen.

Und weil man aufs tägliche Pendeln verzichtet, leistet man auch einen Beitrag, um das Stauproblem in Spitzenzeiten zu lösen. Nicht zuletzt kauft man dort ein, wo man wohnt und trägt damit zur Wertschöpfung im Dorf bei.


Inhaltliche Quelle:
Mobile Arbeit – Praxistipps für den flexiblen Bürojob

Coworking-Tipps in Liechtenstein:
Gwirbi Coworking Triesenberg
Coworking Space Vaduz

Bildquelle:
Pexels

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