SDGs – brauch ist das?

Schaffen wir es mit den SDGs der Vereinten Nationen, nachhaltiger zu wirtschaften?

von Silke Knöbl, Februar 2020

Auf 17 Nachhaltigkeitsziele und 169 Unterziele haben sich die Vereinten Nationen 2015 gemeinsam verständigt. Bis 2030 soll die nachhaltige Entwicklung aller Nationen mithilfe der Sustainable Development Goals (SDGs) vorangetrieben werden. Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Was können Klein- und Mittelunternehmen dafür tun?


Sich mit den SDGs auseinanderzusetzen, braucht Aufmerksamkeit, Zeit, Geld – und ein Umdenken. Bislang galt der Grundsatz: Die Politik schafft die stabilen Rahmenbedingungen, die Unternehmen sorgen für Arbeitsplätze und sichern diese. Zudem erwirtschaften sie Gewinne und zahlen Steuern, die dann der Staat wiederum in die Rahmenbedingungen investiert.

Die Wirtschaft ist indessen globaler und vernetzter geworden – mit entsprechenden Auswirkungen: Wer beispielsweise ganz im Westen an einer Schraube dreht, löst mitunter ganz im Osten Positives oder Negatives aus – oder umgekehrt. Von Ausnahmesituationen wie Pandemien ganz zu schweigen.

Unternehmen erzeugen Wirkung
Nachhaltiges Wirtschaften erfordert ein neues Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf dem Globus. Die SDGs betreffen demnach alle Unternehmen – ob gross oder klein. Denn unternehmerisches Handeln heisst auch immer, Wirkung zu erzeugen.

Klein- und Mittelunternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl, indem sie Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen. Aber es gibt noch mehr Bereiche, welche die SDGs direkt oder indirekt beeinflussen. Beispielsweise: Wie gesund sind die Mitarbeitenden – was tun sie dafür? Wie wirken sich Produkte und Dienstleistungen auf die Umwelt und auf die Kunden aus? In welchen Märkten und unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen ist das Unternehmen tätig?

Aktiv werden
Wer sich mit den SDGs eingehender beschäftigt, merkt, dass sich viele Fragen und Handlungsfelder ergeben. Die SDGs sind aber auch nicht ganz widerspruchsfrei. Soziale und ökologische Ressourcen werden schneller ausgeschöpft als sie sich erholen können. Gleichwohl will man einen sehr hohen Lebensstandard (u.a. hohes Einkommen, Mobilität, Güterversorgung) erhalten. Und der Rest der Welt könnte einmal mehr auf der Strecke bleiben.

Deshalb müssen wir das System überdenken und ändern und die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen neu definieren. Gleichzeitig müssen wir uns als Klein- und Mittelunternehmen fragen, was die SDGs für uns bedeuten, welche Kernprozesse sie betreffen und welchen Beitrag wir für eine bessere, gerechtere Welt leisten können. Wie wirkt sich unser Handeln lokal, national und global aus?

Impulse für die Umsetzung
Folgende Massnahmen ermöglichen es Klein- und Mittelunternehmen, sich mit den SDGs auseinanderzusetzen und einen Überblick zu erhalten:

  • Analysieren, Probleme definieren, Handlungsgedanken ableiten und testen, Entwicklungsbedarf und Ziele bestimmen, Wirkungen beobachten, reflektieren und weiterentwickeln.

Die Outdoorpädagogik liefert wertvolle Erkenntnisse, mit denen die Mitarbeitenden für das Thema SDGs sensibilisiert und nachhaltiges Wirtschaften im Unternehmen gemeinsam gestaltet und umgesetzt werden können.


Tipps: 

Sustainable Development Goals für und durch KMU – ein Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen
SDG-Brettspiel, um Kindern nachhaltige Ziele näherzubringen 

Bildquelle:
– Pexels
Regionales Informationszentrum Vereinte Nationen 

 

 

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