Je stärker wir Positionen in der Gesellschaft ablehnen, desto fester wird oft der Widerstand.
Ein Perspektivenwechsel lädt ein, genauer hinzuschauen: Reagiere ich auf tatsächliches Unrecht oder berührt mich etwas auch deshalb so stark, weil es eine eigene Angst, Verletzung oder verdrängte Seite spiegelt? Beides kann gleichzeitig wahr sein.
In Beteiligungsprozessen kann Veränderung dort entstehen, wo wir uns auch auf Perspektiven einlassen, die uns fremd oder unbequem sind. So öffnen sich «Zwischenräume», in denen Spannungen sichtbar werden, gemeinsam ausgehalten, verstanden und gestaltet werden können.
Damit solche Räume entstehen und auch in schwierigen Momenten offenbleiben, braucht es eine achtsame Prozessbegleitung: Menschen, die Spannungen halten, Orientierung geben und Begegnung ermöglichen. So wächst gemeinsamer Grund und mit ihm Verbindung und Beziehung. Wie Wurzeln, die selbst über vermeintlich kargen Stein ihren Weg finden. 🌸
Autorin:
Silke Knöbl ist Prozessbegleiterin mit Weiterbildung im systemischen Coaching sowie Kommunikationsspezialistin (auch für Leichte und einfache Sprache). Sie begleitet partizipative Projekte sowie Veränderungsprozesse und unterstützt in der Unternehmenskommunikation. In «Silky Way» befasst sie sich mit Selbstwirksamkeit, Transformation und Gesundheit. Weitere Blogbeiträge von ihr finden sich in Silky Way – das Impactblog.
Bildquelle:
Silke Knöbl